Diszi für Gaisch!

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“Sie sind am Montag um 8 Uhr in meinem Büro! Hobn´s mi verstanden? …… I wear Ihnan die Wadln fiari richtn!”

Der stellvertretende Landespolizeidirektor Hofrat Alexander Gaisch (Steiermark) missbraucht seine Machtposition, indem er einen korrekt agierenden Notruf-Beamten beschimpft und mit Disziplinarmaßnahmen bedroht, nur weil er ihn am Telefon nicht erkannt und stattdessen wie jeden anderen Anrufer behandelt hat. Von korrekter oder gar moderner Mitarbeiter*innenführung hat der Herr Hofrat vermutlich noch nie etwas gehört. “Selbstverständlich” dutzt er den Untergebenen, während dieser sachlich und korrekt beim Sie-Wort bleibt.

Herr Gaisch wurde bis dato nicht suspendiert bzw. bis zur Stunde kein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet. Stattdessen wurde er der Landesstelle des Bundesamtes für Asyl- und Fremdenwesen zugeteilt. Sollen jetzt Flüchtlinge dafür leiden, wenn sich ein Vorgesetzter nicht zu benehmen weiss?

Aber es geht um mehr als schlechte Manieren des stellvertretenden Landespolizeidirektors der Steiermark. Welche Vorstellung von Polizei steht hinter dem Fehlverhalten von Alexander Gaisch? Eines, bei dem unterstellte Polizeibeamte kuschende Untertanen spielen und widerspruchslos der privaten Ehre und dem ebenso privaten Wohl ihrer Vorgesetzten zu dienen haben? Also so eine Art feudalistisches Bild? Dafür wollen wir jedenfalls keine Steuern zahlen! Dem steht das Bild des kunden- und serviceorientierten demokratischen Beamten der Republik, der klar definierte Rechte hat, der sich freundlich um die Anliegen der BürgerInnen kümmert, gut informiert Auskünfte gibt und in klaren und menschlichen Arbeits- und Rahmenbedingungen des Gesetzes und einer respektvollen Arbeitsumgebung seinen qualifizierten Dienst für die Bürger*innen des Landes leistet. Ein Mitarbeiter, der respektiert wird und Verantwortungs- und Selbstbewusstsein sowie Rückgrat entwickeln kann und soll, statt Vorgesetzten die Stiefel zu lecken. Einer, der sich ständig weiterbildet und der allen Bürger*innen mit Respekt begegnet.

Der Notrufbeamte verkörpert für mich diesen Typus des demokratischen Polizeibeamten: Trotz Anpöbelungen bewahrte er kühlen Kopf, blieb freundlich und verbindlich, fragte geduldig nach der Sache und womit er dem Anrufer helfen könne und blieb professionell auf Distanz gegenüber erst kumpelhaften, dann obrigkeitsstaatlichen Anwandlungen des Polizeibosses. Respekt!


Zu fordern ist:

* Respektvolle Behandlung aller Mitarbeiter*innen – auch bei der Polizei!

* Schutz aller Mitarbeiter*innen vor herabwürdigendem Verhalten von Vorgesetzten und Machtmissbrauch!

* Suspendierung und Disziplinarverfahren gegen Alexander Gaisch!

Hier gehts zum Telefonmitschnitt des Gespräches zwischen dem stellvertretenden Landespolizeidirektor Gaisch und dem Notrufbeamten. Letzterer hat Sachlichkeit und Coolness bewahrt, Respekt!