Doku der Ökosozialistische Konferenz vom 12./13. Juni 2021 im Schiefergebirge (Thüringen)

mit Links zu den Referaten und Dikussionen (siehe unten)

Der Klimakatastrophe begegnen
2. Ökosozialistische Konferenz der ISO

Der Klimakatastrophe begegnen

29.06.2021

Die 2. Ökosozialistische Konferenz der ISO beschäftigte sich mit den verschiedenen Ursachen für die Klimakatastrophe, wie der Tierindustrie. Außerdem diskutierten die Teilnehmer*innen über mögliche Auswege und wie wir diese erreichen können.

Am 12. und 13. Juni fand im Schieferpark Lehesten in Thüringen die zweite Ökosozialistische Konferenz der ISO mit ca. 30 Teilnehmenden statt, davon zwei Drittel Mitglieder der Organisation. Unsere Devise: „Der Katastrophe begegnen“.

Wo stehen wir in der sozialistischen Auseinandersetzung mit der Klimakatastrophe? Welche Lücken gilt es dabei zu füllen und wie sollten wir unsere Arbeit ausrichten? Gerahmt von diesen Fragen wurden auf der Konferenz als zentrale Themen die Verkehrspolitik und die Landwirtschaft diskutiert.

Faktoren der Klimakatastrophe und der Gegenwehr

Zum Auftakt der Konferenz diskutierten Winfried Wolf, Paul Michel und Nora Bräcklein über die Ernsthaftigkeit und Dringlichkeit der Lage. Während diese im Bewusstsein der Massen angekommen sei, stünden die meisten Menschen der sich anbahnenden Katastrophe recht hilflos gegenüber. Die Menschen litten schon jetzt enorm unter der Klimakatastrophe und ihren Ursachen – der Ausbeutung von Natur und Mensch. Auch daran gelte es anzuknüpfen.

Neben dem subjektiven Faktor des Bewusstseins müssen wir aber auch die stoffliche Seite mehr in unseren Fokus rücken: die naturwissenschaftlichen und technischen Aspekte der Klimakatastrophe und möglicher Auswege.

Krisenherd Landwirtschaft und Tierindustrie

In einer ersten Workshop-Phase legte Tina Ress (Bündnis „Gemeinsam gegen die Tierindustrie“), dar, wie die Tierindustrie Mensch, Tier und Umwelt brutal ausbeute und durch Massentierhaltung und die Naturzerstörung zum Zweck des Futtermittelanbaus nicht zuletzt Krankheiten wie das Corona-Virus begünstige. Dagegen rege sich aber Widerstand, in Deutschland wie auch international. An vorderster Front stehen dabei Frauen, die durch ihre gesellschaftliche Position als Sorgende am direktesten mit der Umweltzerstörung und ihren Folgen konfrontiert seien. Dazu behandelten die Teilnehmenden mit Marijke Colle (belgische Sektion der IV. Internationale) im parallel stattfindenden Workshop den sozialistischen Ökofeminismus.

Klassenkampf im Verkehr

Mit Violetta Bock und Winfried Wolf diskutierten wir anschließend, wie eine klassenpolitische Verkehrswende aussehen könne. Winfried Wolf legte Konzepte für einen klimafreundlichen überregionalen und internationalen Verkehr dar. Aktuell habe in diesem Zusammenhang insbesondere die klassenkämpferische Tarifauseinandersetzung der GDL (Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer) eine große politische Bedeutung. Violetta Bock machte sich für den Einsatz für einen guten kommunalen Nahverkehr stark. Hier könne man direkt an der Lebensrealität insbesondere der arbeitenden Klasse anknüpfen und gemeinsam Erfolge erkämpfen.

Utopie und Alternativen

Den Bogen zu der Gesamtperspektive des ökologischen Sozialismus schlugen die beiden Workshops am Sonntag. Mit Angela Klein und Rosi Reindl sprachen Teilnehmende über den bedeutenden Stellenwert der Natur in der Kritik der politischen Ökonomie bei Marx, der die Produktion in das Zentrum des Verhältnisses von Mensch und Natur stelle. Paul Michel ging im zweiten Workshop auf historische Erfahrungen mit der Planwirtschaft ein. Eine im Sinne der menschlichen Bedürfnisse geplante, an den Grenzen und Gesetzen der Natur ausgerichtete Wirtschaft sei unabdingbar für die Rettung der Umwelt und der Menschheit.

Wie weiter?

Nach einer ersten rein virtuellen Ökosozialistischen Konferenz im letzten Jahr tat das reale Zusammenkommen allen gut. Wie Violetta Bock auf dem Abschlussplenum aber betonte, müssen wir uns bei dem herrschenden Umgang mit der Umwelt darauf gefasst machen, immer häufiger in gesellschaftliche Ausnahmesituationen zu geraten, auf die die Corona-Pandemie ein vergleichsweise milder Vorgeschmack sein dürfte.

Marijke Colle, Angela Klein und Violetta Bock diskutierten auf dem Abschlusspodium die Dringlichkeit, ökologische Kämpfe fortzuführen und zu radikalisieren, um sie zu verbinden und auf eine gesellschaftliche und ökologische Alternative hinzuarbeiten.

Neben den praktischen Kämpfen ist dabei aber auch die inhaltliche und theoretische Diskussion zur Analyse des Bestehenden und über die Ausrichtung auf das Kommende elementar. Immer wieder wurde auf der Konferenz die Frage aufgeworfen, wie wir mehr Menschen für unsere Ideen gewinnen können: durch verstärkte Bündnisarbeit oder durch organisierende Basisarbeit? In welchem Verhältnis stehen diese beiden strategischen Herangehensweisen zueinander und welche Perspektiven bieten sie?

Die auf der Konferenz begonnenen Auseinandersetzungen wollen wir kontinuierlich fortführen und mit unserer Praxis verbinden, um sie im kommenden Jahr auf der dritten Ökosozialistischen Konferenz der ISO wieder zu bündeln und fortzuführen.

Mit den untenstehenden Links können die einzelnen Videos aufgerufen werden:

Auftaktplenum mit Nora, Paul, Winfried und Michael der Ökosozialistischen Konferenz 2021.  Dauer: 1:15:13 

WS 1 Marijke Colle – Ökofeminismus: Referat + Diskussion. Dauer: 1:30:31 

WS 3 Mobilität und Konversion mit Violetta Bock und Winfried Wolf. Dauer: 1:43:27

WS 4 Natur und Kapital – Referat von Angela Klein. Dauer: 52:59 

WS 4 Natur und Kapital – Diskussion und Referat Rosi Reindl: Ökologischen Landwirtschaft. Dauer: 47:51

WS 5 Demokratische Planwirtschaft – Ankündigung (Paul Michel). Dauer: 1:26

Abschlussplenum Ökosozialistische Konferenz 2021. Dauer: 1:04:30

Auftaktplenum

Ökofeminismus. Referat + Diskussion

Mobilität und Konversion

Natur und Kapital Referat

Natur und Kapital, Ökologische Landwirtschaft + Diskussion

Ankündigung Demokratische Planwirtschaft

Abschlussplenum

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