Überlegungen zum Scheitern der Impfstrategie der österreichischen Regierung

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Zunächst hätte man annehmen können, dass es nur am schlechten Management, genügend und rechtzeitig Impfstoff zu beschaffen und der miserabler Kommunikation liegen würde. Inzwischen wird mir aber immer mehr klar, dass es tiefere Ursachen für das Scheitern gibt: Sie liegen meiner Meinung nach im ignoranten und falschen, weil unrealistischen Menschenbild der Türkisen. Dieses mechanistische Menschenbild reduziert die Menschen auf ein Reiz-Reaktionsschema, auf Automaten, die auf Strafen und Anreize reagieren würden – oder auf Propaganda.

Nichts davon ist real, ausser in den Köpfen der regierenden Minister*innen – und in diesem Sinne mit fatalen Auswirkungen. Es kommt ihnen gar nicht in den Sinn, mit den Menschen in einen Dialog auf Augenhöhe zu treten, um gemeinsam einen Weg aus der Pandemie (und auch anderen Problemen) zu suchen und zu finden oder durch Argumente, eine gut durchdachte Strategie und exzellentes Management zu überzeugen. Stattdessen wird nur in Macht- und Eitelkeitskathegorien gedacht, geplant, gehandelt. Kurzum: Die Türkisen in der Regierung sitzen ihrem eigenen, beschränkten, d.h. falschen Menschenbild auf – und damit in der Sackgasse. Nur den Ton des Lautsprechers lauter zu stellen oder mehr Geld an Boulevardmedien für PR-Artikel und Werbung auszuschütten, wird niemanden zusätzlich überzeugen. Und auch ein Innenminister, der mit drakonischen Strafen droht, wird es nicht schaffen.

Gehen die Grünen einen anderen Weg? Sieht leider nicht danach aus. Der Gesundheitsminister scheint sich eher an Umfragewerten zu orientieren als an seiner Sachkenntnis und Verantwortung. Das kann genauso wenig überzeugen.

Wir zahlen dafür einen hohen Preis: Menschlich, gesundheitlich, gesellschaftlich und wirtschaftlich. Weigern wir uns, zumindest die wirtschaftliche Rechnung zu bezahlen! Weigern wir uns, uns respektlos als gefühl- und gehirnlose Automaten behandeln zu lassen!